Wo spielt Fabrice Herzog nächste Saison?

Wo spielt Fabrice Herzog nächste Saison?
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Wo spielt Fabrice Herzog kommende Saison?Picture: keystone

Eismeister Zaugg

Fabrice Herzog gehört zu den wenigen Schweizer Stürmern, die dazu in der Lage sind, die Differenz zu machen. In den nächsten zwei Wochen soll die Entscheidung fallen: In Zug bleiben oder nach Zürich oder Lugano zügeln?

22.09.2022, 22:1923.09.2022, 13:07

Klaus Zaugg

Wäre Zug letzte Season auch ohne Fabrice Herzog Meister geworden? Die Frage ist berechtigt. Der Powerstürmer hat in den Playoffs sieben Tore erzielt. Davon I eines im 6. und im 7. Finalspiel gegen die ZSC Lions. In Game Changer. Einer der Architekten der wundersamen Finalwende vom 0:3 zum 4:3. Wer Meister werden will, braucht Stürmer wie Fabrice Herzog.

Pokern ist schwieriger geworden

Zugs Sportchef Reto Kläy strebt eine Vertragsverlängerung an. Für den Spieler ist es kommod, wenn er bei den Verhandlungen auf bäumige Offerten von anderen Klubs verweisen kann. Früher war es einfach: Da konnte einer behaupten, Lugano habe Interesse und schon gabs eine 30-prozentige Lohnerhöhung. Diese Zeiten sind längst vorbei. Zwischen den Sportchefs gibt es einen recht regen Informationsaustausch. Pokern wird schwieriger. Pokern können nur noch Spieler mit der Kragenweite von Fabrice Herzog.

Zwei Sportchefs muss Reto Kläy im Auge behalten: Hnat Domenichelli und Sven Leuenberger. Fabrice Herzog könnte in Lugano das fehlende Teilchen zu einem offensiven Meisterpuzzle sein und das Prestige von Luganos Sportchef ein wenig aufpolieren: Hnat Domenichelli hat letzte Saison Alessio Bertaggia (an Servette) verloren und war in seinen Bemühungen um Grégory Hofmann völlig chancenlos. Jede Offerte der Zuger für Fabrice Herzog is er überbieten.

Von Tangnes zu McSorley? Fragile.

Geld ist allerdings nicht der einzige Faktor. Das Umfeld, die sportlichen Entwicklungsmöglichkeiten und die Aussichten auf meisterlichen Ruhm sind bei einem Spitzenspieler so wichtig wie das Salär. Wer von einem Coach wie Dan Tangnes gefordert und gefördert wird, überlegt es sich zwei- oder dreimal, ob er unter Chris McSorley trainieren und spielen soll.

Der Zuger Cheftrainer Dan Tangnes.

Der Zuger Cheftrainer Dan Tangnes.Picture: keystone

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger sagt, er pflege so bis zur Nationalmannschaftspause im November die Spieler zu kontaktieren, die ihn interessieren. Hat er also Fabrice Herzog kontaktiert? “Nein.” Das ist erstaunlich. Die Zürcher müssen ja womöglich auf den Aussenbahnen Simon Bodenmann (34) und Denis Hollenstein (32) ersetzen. Nun ergänzt der ZSC-Sportchef: “Den Spieler habe ich tatsächlich nicht kontaktiert. Aber seinen Agenten…» Somit wissen wir sozusagen offiziell: Sven Leuenberger ist interessiert.

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In Zug weiss Fabrice Herzog, wer nächste Saison Trainer sein wird. In Lugano muss er damit rechnen, dass Chris McSorley das dritte Vertragsjahr erfüllen darf. Wer bei den ZSC Lions sein Chef wäre, kann ihm Sven Leuenberger noch nicht sagen. Das macht die Verhandlungen nicht einfacher.

Gottéron hat kein Geld für Herzog

Eigentlich würde Fabrice Herzog auch gut zum ambitionierten Gottéron passen. Aber Trainer und Sportchef Christian Dubé sagt: “Ich bin nicht interessiert.” Der Grund: Er habe nicht das Budget, um auf nächste Saison einen Spieler dieser Preisklasse zu verpflichten. Also lohne es sich gar nicht erst, Gespräche anzufangen.

Christian Dubé ist nicht an Herzog interessiert – er habe kein Budget für ihn.

Christian Dubé ist nicht an Herzog interessiert – er habe kein Budget für ihn.Picture: keystone

Fabrice Herzog is im besten Alter (27), sorgt für entscheidende Treffer im Titelkampf und gehört auch in der Nationalmannschaft zu den offensiven Schlüsselspielern. Er ist nicht der schnellste und auch nicht der talentierteste Schweizer Stürmer. Aber vorletzte Saison war er in den Playoffs der wirkungsvollste.

Dass er in der Saison davor mit einem hässlichen Check die Karriere von SCB-Verteidiger Eric Blum beendet hat, beeinträchtigt seinen Marktwert nicht. Er ist weiterhin – oder erst recht – ein Spieler, den ein Trainer lieber in der eigenen als in der gegnerischen Mannschaft sieht. Sollte er Zug verlassen, wird Reto Kläy nicht dazu in der Lage sein, auf dem Schweizer Markt einen gleichwertigen offensiven Ersatz zu finden. Also wird er bei der Offerte nicht schmürzelen…

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