Verfügung: Finma bremst Stiftung von Krypto-Millionär Dadvan Yousuf aus

Dadvan Yousuf (21) wurde als «self-made-millionair» schweizweit bekannt.
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Mit seiner Stiftung Dhornii wollte Selfmade-Krypto-Millionär Dadvan Yousuf einen eigenen Token auf Bitmarr anbieten. Dem hat die Finanzmarktaufsicht jetzt einen Riegel vorgeschoben.

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Dadvan Yousuf (21) wurde als “self-made-millionair” schweizweit bekannt.

Franziska Rothenbuehler/Tamedia AG

Bereits 2011 fin er an, mit Kryptowährungen wie Bitcoin zu handeln – seither hat er gemäss eigenen Angaben «Milliarden» damit verdient.

Bereits 2011 fin er an, mit Kryptowährungen wie Bitcoin zu handeln – seither hat er gemäss eigenen Angaben «Milliarden» damit verdient.

Franziska Rothenbuehler/Tamedia AG

Gewohnt haben soll der Sohn irakischer Flüchtlinge zwischenzeitlich sogar im Dolder Grand Hotel in Zürich.

Gewohnt haben soll der Sohn irakischer Flüchtlinge zwischenzeitlich sogar im Dolder Grand Hotel in Zürich.

Urs Jaudas

  • Der 21-jährige irakische Flüchtling Dadvan Yousuf hat nach eigenen Angaben mit Kryptowährungen Milliarden verdient.

  • Mit seiner Stiftung Dohrnii und einem eigenen Token, einer Kryptowährung, wollte er jetzt ein weiteres Projekt in Angriff nehmen.

  • Dem hat die Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma aber einen Riegel vorgeschoben.

  • Mit einer superprovisorischen Verfügung stoppte sie vorläufig sämtliche Geldflüsse. Jetzt untersucht ein Beamter, ob die Stiftung oder mit ihr verbundene Personen bewilligungspflichtige Tätigkeiten ausübt.

Weniger als 24 Stunden bevor der Krypto-Millionär Dadvan Yousuf seinen eigenen Token auf der Crypto-Börse Bitmarr listen wollte, flatterte eine superprovisorische Verfügung der Finma ins Haus. Die Finanzmarktaufsicht bestätigt auf Anfrage, dass sie einen Untersuchungsbeauftragten eingesetzt hat.

Dieser hat weitreichende Kompetenzen: Er kann die Stiftung vorläufig komplett schliessen, sodass keine Geldflüsse mehr möglich sind. Gemäss FINMA-Mediensprecher Tobias Lux wird der Untersuchungsbeauftragte abklären, ob die Stiftung unerlaubte Tätigkeiten ausübt “Are bestehen Hinweise, dass die Stiftung oder mit ihr verbundene natürliche Personen ohne die erforderliche finanzmarktrechtliche Bewilligung Effekten angeboten, Zahlungsmittel ausgegeben und Publikumseinlagen entgegengenommen haben könnten” sagt Lux. Diese Tätigkeiten sind per Gesetz bewilligungspflichtig. Weiter äussert sich die Finma nicht zu den Abklärungen und dem Verfahren.

“Verfügung schadet unserer Gemeinschaft am meisten”

Die Verantwortlichen bei Dohrnii (siehe unten) zeigen sich in einer Medienmitteilung erzürnt über das Vorgehen der Finma: “Obwohl die Finma bereits am 5. April gegen uns vorging, wartete die Behörde bis weniger als 24 Stunden vor der Kotierung des Tokens auf Bitmarr, bis sie das Management der Dohrnii-Stiftung über den Schritt informierte”, heisst es in der Mitteilung. Die Stiftung habe der Behörde bereits Einsicht in zahlreiche Dokumente und Unterlagen gewährt.

“Mit der verspäteten Meldung und der Verfügung, die die Finma noch nie gegen ein Krypto-Projekt angewandt hat, glauben wir, dass die Finma in erster Linie darauf abzielt, Dohrnii Schaden zuzufügen. Am meisten leidet die Gemeinschaft darunter”, heisst es in der Mitteilung weiter.

“Die Finma kann nur die Stiftung stoppen, nicht die Community”

Wie lange das Verfahren dauern wird, ist nicht absehbar. Auch der Ausgang ist noch unklar. Stellt die Finma fest, dass die Stiftung Tätigkeiten ausübt, für die es eine Bewilligung braucht, kann das Management entweder diese Bewilligung beantragen oder es muss diese Aktivitäten unterlassen.

Davon wollen sich Yousuf und sein Team allerdings nicht ausbremsen lassen: “Die Finma kann nur den Betrieb der Stiftung stoppen. Die Community hinter dem Dohrnii-Projekt ist in diesem Augenblick daran, das Projekt weiterzuentwicklen und wird dies auch künftig tun. Wir haben das Ziel, den Zugang zu Finanz- und Krypto-Bildung zu demokratisieren – durch eine kostenlose gamifizierte App – die Dohrnii Academy”, sagt ein Pressesprecher auf Anfrage.

Die von Dadvan Yousuf gegründete Dohrnii-Stiftung möchte über eine App einen einfachen und kostenlosen Zugang zu Bildung über Kryptowährungen und Finanzwesen ermöglichen. In der Dohrnii Academy, einer digitalen Plattform, sollen Nutzerinnen und Nutzer mit dem hauseigenen Dohrnii Token belohnt werden, wenn sie beispielsweise ein Quiz lösen oder Herausforderungen abschliessen. Der Coin soll als eine Art Kerntreiber der Dohrnii Academy dienen.

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