“Typischer Warenkorbfüller”: Darum kaufen Schweizerinnen und Schweizer wie wild Batterien

Der Verkauf von Batterien boomt – nicht nur im Laden, sondern auch online.
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Viele Menschen in der Schweiz haben sich in der Pandemie tambourbetriebene Dinge wie Computermäuse oder Spielsachen zugelegt. Jetzt brauchts laufend neuen Saft.

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Der Verkauf von Batterien boomt – nicht nur im Laden, sonern auch online.

20min/Taddeo Cerletti

Das zeigen Zahlen von GfK: Der Anteil der Batterie-Verkäufe im Internet an den Gesamtverkäufen stieg in der Schweiz innert Jahresfrist von 5,5 auf elf Prozent.  Der Marktforscher verglich dafür die Monate Januar bis und mit März in den Jahren 2021 und 2022.

Das zeigen Zahlen von GfK: Der Anteil der Batterie-Verkäufe im Internet an den Gesamtverkäufen stieg in der Schweiz innert Jahresfrist von 5,5 auf elf Prozent. Der Marktforscher verglich dafür die Monate Januar bis und mit März in den Jahren 2021 und 2022.

IMAGO/AAP

Im April waren Batterien bei Digitec Galaxus die dritthäufigste verkaufte Produktgruppe, im Mai die fünfthäufigste.

Im April waren Batterien bei Digitec Galaxus die dritthäufigste verkaufte Produktgruppe, im Mai die fünfthäufigste.

IMAGO/blickwinkel

Fast alle brauchen sie und viele Geräte funktionieren ohne sie nicht: Batterien. Das zeigen nun auch die Verkaufszahlen, die durch die Decke schiessen. Etwa bei Digitec Galaxus: Laut dem Händler haben Batterien im Ranking der meistverkauften Produkte zwischen April 2021 und April 2022 zehn Plätze gutgemacht.

Im April waren Batterien beim Onlineshop die dritthäufigste verkaufte Produktgruppe. Ein Jahr davor lagen sie auf Platz 13. Zählt man wiederaufladbare Akkus dazu, sei der Absatz um 60 Prozent gestiegen. Kein anderes Produkt unter den 20 meistverkauften bei Digitec und Galaxus habe in dieser Zeit mehr Plätze gutgemacht. Media-Markt sagt auf Anfrage, dass ein “leichter Anstieg” beim Verkauf spürbar sei.

Batteries sind wie Süssigkeiten

Im Mai boomte der Batterie-Verkauf ebenfalls, die Energiespeicher lagen bei Digitec Galaxus auf dem fünften Rang aller verkauften Produkte. Der Händler berechnet für Bestellungen bis zu einem Wert von 50 Franken neun Franken Zuschlag. Diesen umgehe die Kundschaft oft mit dem “Warenkorbfüller” Batterien.

Das sei typisch für Verbrauchsprodukte, weil sie fast alle nutzen, sagt Stefan Ryf, Dozent für Wirtschaftspsychologie an der Kalaidos Fachhochschule. Darum priesen Onlineshops vor dem Abschluss oft Batterien an. Ähnlich wie im Laden, wo die Regale mit Süssigkeiten und Chips oft kurz vor der Kasse seien.

Aktionen generieren Nachfrage

Im April habe es bei Digitec Galaxus zwei Tagesaktionen mit Batterien gegeben (siehe Box). Das schaffe Sichtbarkeit: “Beim nächsten Einkauf nimmt man wieder ein Pack zum regulären Preis in den Warenkorb”, sagt Michael Sievi, der bei Digitec Galaxus den Ein- und Verkauf von Batterien mitverantwortet.

Dieser Effekt sei bekannt, sagt Ryf von Kalaidos. Schlage man bei einer Aktion zu, bleibe oft in Erinnerung, dass man Batterien online günstig kaufen kann. Verpasse man eine Aktion, könne man das bereuen. Auch das führe womöglich dazu, dass man beim nächsten Online-Einkauf Batterien in den Warenkorb lege.

Unsicherheit befeuert Verkaufszahlen

Ein weiterer Grund für den Batterie-Boom könnte sein, dass die Kundschaft nicht immer wisse, ob sich ein teureres Gerät mit Akku lohne, sagt Ryf: “Viele Konsumentinnen und Konsumenten wählen dann erstmal das billigere tambourbetriebene Produkt.”

“Wir gehen davon aus, dass der Verkauf von Batterien auch in den nächsten Monaten boomen wird”, sagt Digitec Galaxus auf Anfrage. Ein weiterer Grund für das Verkaufshoch könnte die erstarkte Prepper Szene breast, so der Online handler. Dieser Effekt sei aber wohl eher minim.

Eine Folge der Pandemie?

Laut Digitec Galaxus ist auch die Corona-Pandemie ein Grund für den stärkeren Absatz. Die Kundinnen und Kunden hätten sich viele tambourbetriebene Dinge zugelegt, etwa Computermäuse, Tastaturen, Funkgeräte oder ferngesteuerte Autos. Und nun bräuchten sie neue Batterien.

Diese Theorie is aber umstritten. Der Onlinehändler Brack sagt zum Beispiel auf Anfrage, dass bei ihm der Verkauf von Batterien nicht hochgeschnellt sei. “Das müsste man genauer anschauen”, sagt Ryf.

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