Trikot-Plakate: Geschenk an kleine Fans kann für Spieler teuer werden

Trikot-Plakate: Geschenk an kleine Fans kann für Spieler teuer werden
Written by admin

publish

Trikot PlakateGeschenk an kleine Fans kann für Spieler teuer werden

Der Trend hat in Europas Fussball-Arenen Einzug gehalten: Mit selbst gemachten Schildern bitten immer mehr Kinder die Stars um ihr Trikot. Ajax Amsterdam hat dies nun verboten. So stehen die Schweizer Vereine dazu.

1 / 6

“Darf ich bitte dein Trikot”: Solche Plakate sieht man in den Stadions zuhauf.

Andy Mueller/freshfocus

International nimmt der Trend ein riesiges Ausmass an.

International nimmt der Trend ein riesiges Ausmass an.

Claudio Thoma/freshfocus

In Amsterdam hat man die Karton-Schilder mittlerweile aus dem Stadion verbannt.

In Amsterdam hat man die Karton-Schilder mittlerweile aus dem Stadion verbannt.

Imago/Pro Shots

  • Sie sind mittlerweile omnipräsent: Fan-Plakate, mit denen nach den Trikots der Stars gefragt wird.

  • Wegen des schieren Ausmasses des Trends hat sich Ajax Amsterdam dazu entschieden, die Plakate zu verbieten.

  • 20 Minuten hat in der Super League nachgefragt. Da erfreut man sich grundsätzlich der Anfragen der meist jungen Fans.

Na, wer kriegt denn jetzt das Trikot? Immer mehr Fans, vorwiegend Kinder unter ihnen, erfragen im Stadion die Leibchen ihrer Idole. Sie tun dies meist mithilfe selbstgebastelter Karton-Plakate, auf denen sie ihre Bitte ausformulieren. In vielen Fällen sind sie in der Vergangenheit erhört worden, sodass immer mehr Fussball-Kids ihr Glück auf dem gleichen Weg versuchen.

Europaweit ist so ein regelrechter Trend entstanden: Kein Kameraschwenker über eine Tribune vergeht, ohne dass die Zuschauerinnen und Zuschauer vor dem TV die Papp-Schilder sehen. Auf Social Media tun immer mehr Fans diesbezüglich ihren Unmut kund. Trotz eintöniger Karton-Farbe wurde dies Ajax Amsterdam zu bunt. Der niederländische Traditionsclub hat die Plakate nun kurzerhand verboten.

“Extreme zugenommen”

Die offizielle Begründung von Ajax ist dreierlei: Erstens würden die Spieler mit den unzähligen Wünschen nicht mehr nachkommen und werden von Fan-Eltern angefeindet. Zweitens würden die attractiven “Match-Worn-Shirts” einen problematischen Schwarzmarkt bespielen. Und drittens gehe es um Brandschutz. Wie stehen die Clubs aus der Super League zu diesem Thema? Und würden sie ein allfälliges Verbot hierzulande begrüssen? 20 Minuten hat nachgefragt. “Ja, es trifft zu, dass die Anzahl der Plakate mit den Trikot-Botschaften extrem zugenommen hat”, kommentieren etwa die Berner Young Boys.

YB freue sich grundsätzlich über die Begeisterung, Leidenschaft und Kreativität seiner Fans. Auch in St. Gallen, beim FC Zürich und bei den Grasshoppers sei dies spürbar, heisst es auf Anfrage. Rekordmeister GC begrüsst gar die Werke: “Meist sind diese Plakate auch kreativ gestaltet und werden von den Kindern als Mittel verwendet, um die Spieler zu unterstützen und Farbe zu bekennen.” Aufsteiger Winterthur findet es bisweilen “eher witzig” als “krass oder nervig”. Für den FCSG halte sich das Ganze im Rahmen.

Verbot kommt nicht infrage

St. Gallen sähe erst dann ein Problem, wenn die Sicht anderer Zuschauerinnen und Zuschauer verdeckt werden würde. “Dies ist bisher aber kaum der Fall”, sagen die Ostschweizer gegenüber 20 Minuten. Ein Verbot sei daher kein Thema bei ihnen. Dieselbe Haltung vertreten auch GC und die Young Boys. Der 15-fache Schweizer Meister hält aber gleichzeitig fest: “Nur eine ganz kleine Anzahl von Kindern kann ein Spielertrikot ergattern.” Gleichsam sei es nach Spielschluss auch nicht möglich, allen interessierten Fans ein Autogramm zu geben, so YB.

Heisst: Die Spieler müssen oft kurzfristig entscheiden, welchen Wünschen sie nachkommen. Zusätzlicher Stress für die Kicker? “In Anbetracht der vielen Plakate ist es für die Spieler nicht einfach, sich zu entscheiden”, meinen die Berner. St. Gallen hingegen findet: “Es ist kein Stress, sondern eine Freude.” Manchmal gingen die Trikots so an Kids, die es mehrmals probieren, manchmal an Bekannte.

Irgendwann kostets die Spieler

Zumindest bei Tabellenführer YB ist die Anzahl Trikots aber vom Club beschränkt: “Man muss bedenken, dass jeder Spieler pro Saison eine geringe Anzahl an Leibchen gratis abgeben kann.” Darüber hinaus müssten die YB-Stars für abgegebene Trikots bezahlen.

Selbe Regel gilt auch bei GC und bei Stadtrivale Zürich. Und das kann teuer werden, bei so vielen Anfragen. Oder in den Worten von FCZ-Präsident Ancillo Canepa (69): “Angenehm sind diese schon fast als Forderung verfassten Plakate sicherlich nicht.”

Wie ist das kein Tor? YB vergeigt Sieg gegen GC in der Nachspielzeit.

Video: blue

Keine News more verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Leave a Comment