Tesla-Betatest mit FSD wird größer, bald EU-Prüfung? > teslamag.de

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Nachdem Anfang des Monats zunächst nur wenige Tesla-Besitzer die neueste Version der Beta-Software FSD für das Autopilot-System erhielten, scheint die Update-Welle in Nordamerika jetzt voll in Gang zu sein. Erstmals wurden zudem auch Kunden in den Beta-Test aufgenommen, die bei dem dafür eingeführten Safety Score keine Bestbewertung erzielt haben; von Werten bis hinunter zu 91 Punkten wurde berichtet. Laut CEO Elon Musk sollen an dem Test mit der Version 10.12.2 insgesamt 100.000 Tesla-Elektroautos teilnehmen – und bald werde man die FSD-Software auch europäischen Behörden zur Überprüfung vorlegen können.

Tesla weitet Safety-Score-Spanne aus

Schon in einem Interview Mitte April hatte Musk von mehr als 100.000 Teslas in dem Beta-Test gesprochen, was überraschte, denn Tracker-Dienste hatten seit Ende 2021 keine Erweiterung des Teilnehmer-Kreises mehr verzeichnet. Manche Kunden, die als Voraussetzung die Software-Option FSD bezahlt hatten, warteten trotz hoher Safety Scores von 99 oder 100 Punkten weiter auf ihre Aufnahme in den Test. Am vergangenen Wochenende aber erklärte Musk, die Erweiterung von FSD-Beta 10.12.2 auf 100.000 Autos habe begonnen, und tatsächlich meldeten sich bis Dienstag in sozialen Medien viele neue Teilnehmer.

Dabei scheinen auf der einen Seite weiterhin nicht alle Kunden mit (fast) perfektem Safety Score die Beta-Software zu bekommen, wie mehrere von ihnen auf Twitter beklagten. Auf der anderen Seite aber hat Tesla offenbar erstmals die dafür in Frage kommende Spanne deutlich ausgeweitet. Erst wurde von bis hinunter zu 95 Punkten bei neuen Beta-Teilnehmern berichtet, dann ging es in Einser-Schritten weiter abwärts bis auf zunächst 91 Punkte. CEO Musk hatte im Mai eine Ausweitung nur bis 95 Punkte angekündigt.

Warum manche nach der Tesla-Bewertung vorbildlich sicheren Fahrer immer noch nicht in den Beta-Test dürfen, blieb zunächst offen. Eine Begrenzung nur auf jüngere Fahrzeuge scheint es jedenfalls nicht zu geben: Auch der Besitzer eines im Herbst 2016 produzierten Model X hat nach eigenen Twitter-Angaben jetzt die FSD-Software bekommen. Dazu dürfte vorher ein kostenloser Computer- und Kamera-Tausch nötig gewesen sein, denn ab Oktober 2016 waren laut Tesla alle neuen Fahrzeuge mit Hardware ausgestattet, die autonomous Fahren mit mehr Sicherheit als ein Mensch ermöglicht. Später folgte allerdings der noch neuere FSD-Computer dafür, und nach dem Start des Beta-Tests zeigte sich, dass Tesla bis Ende 2017 auch neue Kameras brauchen.

FSD-Prüfung für EU laut Musk „bald“

Mit der Welle der neuen Teilnehmer könnte Tesla die 100.000 dieses Mal tatsächlich erreichen. Die jüngste offizielle Angabe dazu stammt aus dem Geschäftsbericht für Q4 2021 von Ende Januar und lautete „fast 60.000“. Musk hat sich für dieses Jahr aber noch deutlich mehr vorgenommen: Bis Ende 2022 solle es 1 Million FSD-Tester geben, sagte er Mitte Mai bei einer Konferenz. Angesichts des nicht mehr hohen Anteils an Kunden, die in den USA die dafür notige Software-Option für 12.000 Dollar kaufen, dürfte dafür eine Erweiterung auch außerhalb Nordamerika erforderlich sein.

Damit könnte es allerdings zeitlich eng werden: Bald werde Tesla EU-Regulierern sinnvoll etwas zur Prüfung vorlegen können, antwortete Musk am Samstag auf eine Twitter-Frage nach dem FSD-Start in Europa. Die Software-Vorbereitungen dafür scheinen also voranzukommen – aber ein „bald“ vom Tesla-Chef ist beiautonomem Fahren mit Vorsicht zu genießen, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Möglicherweise müssten für eine FSD-Zulassung in der EU auch noch internationale Regeln angepasst werden. Ein Beobachter aus der Software-Branche kam jedenfalls vor kurzem zu dem Schluss, dass in diesem Jahr nicht mit einem Beginn des Tesla-Betatests in Europa zu rechnen sei.

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