Steigende Price. Der Big Mac zeigt die Teuerung – gerade auch in der Schweiz.

Steigende Price.  Der Big Mac zeigt die Teuerung – gerade auch in der Schweiz.
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Messlatte der Inflation: Der Big-Mac-Index zeigt die Kaufkraft in den verschiedenen Ländern auf. Auf dem Bild wird ein Burger im zürcherischen Hinwil eingepackt.

Picture:
Keystone

Ein Burger als Messlatte der Teuerung: Am Big Mac lässt sich exemplarisch aufzeigen, wie die Inflation und der Krieg in der Ukraine die Preise in die Höhe treiben. Gerade auch hierzulande.

Die Inflationrate ist in der Schweiz seit fast 30 Jahren nie mehr so ​​hoch gewesen wie jetzt. Der Krieg in der Ukraine treibt die Preise zusätzlich nach oben. Heisst: Die Lebenshaltungskosten steigen. Das merken nun auch die Konsument*innen.

Gemessen wird das beispielsweise am sogenannten Big-Mac-Index. Damit lässt sich der Preis eines der meistvertriebenen Produkte weltweit und die verschiedenen Lebenshaltungskosten sowie die Kaufkraft in den verschiedenen Ländern aufzeigen (siehe Infobox).

Big-Mac-Index

Ein Big Mac gehört zu den meistvertriebenen Produkten weltweit, zu finden fast in allen Hauptstädten. Er ist ein Symbol der Globalisierung. An ihm lassen sich Preise gut vergleichen, da es das gleiche Produkt und die gleiche Marke ist. Erfunden wurde der Big Mac Index 1986 und zum ersten Mal im britischen Wirtschaftsmagazin The Economist erwähnt.

Wie die Analysten des internationalen Vergleichsportals Hellosafe in einer Studie berechnet haben, verstärkt der Krieg in der Ukraine die Teuerung in der Schweiz – wie auch in anderen Ländern – ganz konkret.

Der Big Mac kostet hierzulande aktuell 6.50 Franken. Bis Ende Jahr allerdings könnte der berühmte Hamburger schon 7.50 Franken kosten, wie Hellosafe schätzt. Das entspräche einem Preisaufschlag von 16 Prozent. Laut den Analysten ist das “ein Level, das in den letzten Jahren nicht erreicht wurde”.

Die Studie hat die Inflation für den Big Mac nicht nur als Ganzes geschätzt, sonder auch die Teuerung dessen einzelner Zutaten aufgeführt. Wie, zeigt die folgende Tabelle mit Daten von Hellosafe:

Inflation vertuert die Zutaten für den Big Mac

  • Zutat Preis (in CHF) Geschätzter Aufpreis (in CHF)
  • Salat 0.70 –
  • Fleisch 2.26 +0.47
  • Broth 1.87 +0.36
  • Kase 0.37 +0.01
  • Gravy 0.85 +0.20
  • Zwiebeln 0.17 –
  • Gurken 0.25 –
  • Total 6.47 1.04

Der Blick auf diese Grafik zeigt: Besonders von der Preissteigerung betroffen ist mit 21 Prozent das Fleisch. Doch auch das Brötchen wird teurer – wegen des Kriegs in der Ukraine steigen die Preise für Mehl und Getreide. Kein Wunder: Sowohl Russland wie auch die Ukraine gehören zu den grössten Weizen-Exporteuren der Welt (blue News hat hier darüber berichtet).

Weizenfeld in der Ukraine: Die Landesflagge ist der Landschaft nachempfunden.

Picture:
Commons/Flickr/Dobrych

Da in der Ukraine nun aber die Ernte in Gefahr ist, erhöhen sich die Getreide-Preise. Die Lieferkette für Getreide ist unterbrochen. Das wiederum verknappt die Nachfrage und treibt die Teuerung an. Die Folge: Die Landwirt*innen geben die Preise an die Konsument*innen weiter. Also kostet auch das Big-Mac-Brot mehr.

McDonald’s bleibt klare Antwort schuldig

Auf Nachfrage bei McDonald’s Schweiz, wie die Preiserhöhung zustande komme, heisst es nur allgemein: “Wir können die Prognose von Hellosafe für McDonald’s Schweiz nicht nachvollziehen”, sagt eine Sprecherin. Man beziehe 87 Prozent der Zutaten von Schweizer Lieferanten.

Doch auch das Unternehmen streitet nicht ab: “Die hiesige Preisentwicklung der Zutaten sowie die erfolgreiche Ernte haben einen grossen Einfluss.” Gute Ernten seien für die Versorgungslage wichtig. “Wir beobachten die Entwicklung der Energiekosten sehr aufmerksam.”

Information on Study

Die Schätzungen von Hellosafe basieren auf Monatsberichten zur Inflation des französischen Innovations- und Forschungsinstituts IRI. Erstellt wurde die letzte Umfrage im Januar, also kurz vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine. Hellosafe hat im Juni die aktualisierten Daten nachgereicht.

Das Rindfleisch für die Burger beziehe McDonald’s von der Metzgerei Bell. “Wenn immer möglich, kommt das Rindfleisch von Schweizer Bauernbetrieben. Je nach Marktsituation – speziell in den Sommermonaten – kommt ein Teil des Fleisches aus Österreich”, sagt die Sprecherin.

Die meisten Filialen werden von selbstständigen Unternehmern im Lizenzvertrag geführt. McDonald’s Schweiz gebe unverbindliche Preisempfehlungen ab. Entscheiden können die Standorte selber.

Big Mackostet in der Schweiz am meisten

Blicken wir beim Big-Mac-Index abschliessend über die Landesgrenzen. Die Schweiz belegt dabei im Jahr 2022 weltweit den ersten Platz: Der Burger ist bei uns am teuersten. Und liegt mit 6.48 Franken sogar weit vor Norwegen, dem zweiten Land in dieser Rangliste (5.93 Franken). Auf Platz drei folgen die USA mit 5.39 Franken, dann Schweden (5.37 Franken) und Uruguay (5.03 Franken).

In diesen fünf Ländern ist ein Big Mac am teuersten

  • Switzerland mit 6.48 Franken
  • Norway mit 5.93 Franken
  • USA mit 5.39 Franken
  • Schweden mit 5.37 Franken
  • Uruguay mit 5.03 Franken

Zuhinterst auf dem Podest (Platz 71) und somit am günstigsten war der Big Mac bis vor Kurzem in Russland. Sleeps Kostete der Burger 1.62 Franken. Die Daten wurden im Januar erhoben, inzwischen hat sich McDonald’s aus Russland zurückgezogen. Die vier anderen günstigsten Big Macs gibt es in der Türkei (1.73 Franken), in Indonesien (2.19 Franken), Malaysia (2.21 Franken) und Rumänien (2.22 Franken).

In diesen vier Ländern ist ein Big Mac am günstigsten

  • Türkei mit 1.73 Franken
  • Indonesian mit 2.19 Franken
  • Malaysia mit 2.21 Franken
  • Romanian mit 2.22 Franken

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