«Saldo»-Test: Durchgefallen – veganer Protein-Riegel hat gleich viel Fett wie zwei Buttergipfel

«Saldo»-Test: Durchgefallen – veganer Protein-Riegel hat gleich viel Fett wie zwei Buttergipfel
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«Saldo»-TestDurchgefallen – veganer Protein-Riegel hat gleich viel Fett wie zwei Buttergipfel

Das Konsumentenmagazin “Saldo” hat Eiweiss-Riegel im Labor untersuchen lassen. Drei von zwölf Riegeln sind ungenügend: zu viel Fett, zu viel Zucker – und erst noch teuer.

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Ein Labor in Deutschland hat für das Konsumentenmagazin “Saldo” Eiweiss-Riegel getestet. Einer der zwölf Riegel im Test enthält 16 Gramm Fett – so viel wie ungefähr zwei Buttergipfel.

Wikipedia/Herry Wibisono/CC0

Dieser Riegel schnitt im Test bezüglich Zucker und Fett am schlechtesten ab.  Der Hersteller Roo'Bar begründet das damit, dass in den Rohmaterialien natürlicherweise viel Fett und Zucker stecke.

Dieser Riegel schnitt im Test bezüglich Zucker und Fett am schlechtesten ab. Der Hersteller Roo’Bar begründet das damit, dass in den Rohmaterialien natürlicherweise viel Fett und Zucker stecke.

Screenshot from Roobar.com

Am teuersten war der Riegel Protein Crunchy Peanut Butter von Be-Kind.  Die Firma gehört zum Schoggi-Giganten Mars.

Am teuersten war der Riegel Protein Crunchy Peanut Butter von Be-Kind. Die Firma gehört zum Schoggi-Giganten Mars.

Screenshot from ch.bekindsnacks.com

  • Protein-Riegel können Zucker- und Fettbomben sein, wie ein Test von “Saldo” zeigt.

  • Der ungesündeste Riegel enthält etwa gleich viel Fett wie zwei Buttergipfel.

  • Für die meisten gesunden Menschen seien mit Proteinen angereicherte Lebensmittel sowieso nicht sinnvoll, sagt eine Ernährungsberaterin.

Protein-Riegel liegen im Trend. Doch einige davon sind laut “Saldo” Zucker- und Fettbomben. Das Magazin liess zwölf Riegel in einem Labor testen – drei davon fielen mit dem Fazit “ungenügend” durch. Sie enthalten doppelt so viel Zucker und Fett wie Proteine. “Saldo” wertete diese Produkte darum ab.

Bezüglich Zucker und Fett schnitt ein veganer High-Protein-Riegel von Roo’Bar, den es bei Alnatura gibt, am schlechtesten ab. Er enthält 16 Gramm Zucker (siehe Box) und 16 Gramm Fett. Das sind etwa vier Würfelzucker und gleich viel Fett wie in zwei Buttergipfeln, wie “Saldo” schreibt.

Auch Nutella ist voll Zucker

Auch in Nutella sind viel Zucker und Fett drin. So viel, dass Nutella und Milka im Öko-Test auf dem letzten Platz landeten: Nutella bestehe aus 56 Prozent Zucker und 35 Prozent Fett. Mehr dazu is from yesterday.

Die Riegel kosten zudem mehr als Produkte, die natürliches Eiweiss enthalten. Lidl verlangt für den Kokos Protein Bar, der den Test mit einer Gesamtnote von 5,8 gewinnt, 1.49 Franken. Er liefert 22 Gramm Protein. Diese Menge Eiweiss ist auch in 250 Gramm Nature-Magerquark enthalten – und dieser kostet 60 Rappen.

Am teuersten war der Riegel Protein Crunchy Peanut Butter von Be-Kind. Die Firma gehört zum Schoggi-Giganten Mars. Bei der Migros kostet er 3.50 Franken für 50 Gramm. Im Test schnitt er mit der Note 3,5 am zweitschlechtesten ab. Schlechter (Note 3.2) war bloss der Organic-Protein-Riegel von Raw Bite.

Der Zucker im Roo’Bar-Riegel ist laut “Saldo” vor allem Fruktose und Glukose. Fruktose kann zur Einlagerung von Fett in der Leber führen, Zucker das Sättigungsgefühl und die Fettverbrennung stören. Zu viel Glukose erhöht laut der Weltgesundheitsorganisation das Risiko für Karies, Übergewicht und Herzerkrankungen.

Nutzen fragwürdig

“Für die meisten gesunden Menschen hat es wenig Sinn, mit Proteinen angereicherte Produkte zu essen, da sie ausreichend mit Protein versorgt sind”, sagt Nadia Leuenberger, Ernährungsberaterin und Inhaberin des Beraters “Nutrition for Athletes”. “Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind High-Protein-Produkte überflüssig.”

Proteine ​​seien zwar lebenswichtig, etwa für die Hormonproduktion oder zur Bildung von Antikörpern für das Immunsystem. Die von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Mindestmenge von 0.8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag könne man aber gut durch natürliche Lebensmittel decken.

Es gibt Alternativen

“Protein hat den guten Ruf, dass es sehr gut sättigt und für die Muskeln wichtig ist”, sagt Leuenberger. Diesen positiven Effekt nutze die Lebensmittelindustrie für gezielte Werbekampagnen. So entstehe der Eindruck, dass man den Proteinbedarf nur mit Spezialprodukten decken könne.

Dabei gebe es Alternativen, etwa Linsen, Käsebrot, Skyr oder Haferflocken mit Magerquark und einer Frucht. Bei den Hauptmahlzeiten sollte man auf die Komponenten Kohlehydrate, Gemüse und Proteine ​​achten. Auch selbst gemachte Riegel mit Haferflocken, getrockneten Früchten, Milch und Nüssen empfiehlt Leuenberger.

Man könne die Riegel aber essen, wenn man nicht frisch koche oder wenn es zum Zmittag nur Kohlehydrate und Gemüse gebe. Auch für die Regeneration nach dem Sporttraining seien sie eine Option, dann sollte aber noch eine Kohlehydratquelle ergänzt werden. Zudem sollte man auf den Zucker- und Fettgehalt achten.

Das sagen die Hersteller

Mars sagt auf Anfrage des “Saldo”, dass man nicht nur auf das Gesamtfett achten könne. Der Be-Kind-Riegel enthalte dank Nüssen auch viele ungesättigte Fettsäuren. Diese wirkten sich positiv auf die Blutfettwerte aus – wenn man gleichzeitig darauf achte, gesättigte Fettsäuren in der Ernährung zu reduzieren.

Roo’Bar, Isostar und Raw Bite argumentierten ähnlich: In den Rohmaterialien stecke natürlicherweise viel Fett und Zucker. Aldi sagte gegenüber “Saldo”, dass der Zuckeranteil im Crane-Riegel helfen soll, dem Körper verbrauchte Energie wieder zuzuführen. Als Alternative biete man auch kohlehydratreduzierte Riegel an.

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