Rückzugsort für die Flugzeug-Crew. So sehen die geheimen Ruheräume an Bord aus.

Rückzugsort für die Flugzeug-Crew.  So sehen die geheimen Ruheräume an Bord aus.
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Flugbegleiterinnen in ihrem Ruhebereich im zweistrahligen Grossraumflugzeug Boeing 777

Handout Boeing

Einige der besten Plätze in modernen Flugzeugen sind unbezahlbar – und auch unsichtbar: Sie sind für das Flugpersonal reserviert.

Abgesehen von der 1. Klasse gibt es an Bord von Langstreckenflugzeugen oft nur einen Ort mit noch grösserer Liegefläche: die sogenannten Crew Rest Compartments. Schliesslich soll sich das Flugpersonal hier nach einem anstrengenden Einsatz ausruhen können.

Die Bereiche sind daher grosszügig dimensioniert. Trotzdem haben die wenigsten Passagiere jemals einen Blick in diesen Bereich geworfen.

Vor allem in neueren Flugzeugtypen, etwa einer Boeing 777 oder einem Airbus A380, befinden sich die Ruhebereiche inzwischen im oberen Rumpf der Kabine. Früher waren sie meist lediglich durch Vorhänge in der Kabine vom Passagierbereich abgetrennt, oder befanden sich im Frachtraum.

Der Ruhebereich für die Piloten befindet sich in umittelbarer Nähe zum Cockpit.

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Airlines, aber auch die Aufsichtsbehörden haben inzwischen jedoch ein gewichtiges Wort mitzureden, wie das Arbeitsumfeld für das Bordpersonal auszusehen hat, berichtet der Nachrichtensender CNN. Der Fortschritt beim Komfort an Bord ist deshalb nicht nur für die Passagiere spürbar.

“Sie können sehr bequem sein”

Nach US-Standards müssen sich die Crew Rest Compartments demnach inzwischen an einem Ort befinden, ‘an dem störende Geräusche, Gerüche und Vibrationen den Schlaf möglichst wenig beeinträchtigen’. Zudem müssten die Plätze eine “flache Schlafposition ermöglichen” und mindestens eine Fläche von 198 auf 76 Zentimeter aufweisen.

“Sie können sehr bequem sein”, sagte die Flugbegleiterin Susannah Carr von United Airlines zu CNN. Die Ruhebereiche verfügten meist über eine gut gepolsterte Matratze, eine Belüftung und individual Temperaturregelung. “Zudem bekommen wir Bettwäsche, wie sie auf der Langstrecke in der Business Class verwendet wird.”

Zwölf solcher Kojen befinden sich an Bord eines Airbus A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas.

Handout Qantas

In einigen Fällen sei das Platzangebot in den Kojen teils sogar grösser als in der 1. Klasse, meint Carr. Dafür habe man aber nicht unbedingt die volle Kopffreiheit, und auch wenig Privatsphäre gegenüber den Kolleginnen und Kollegen. Für Menschen mit Platzangst sei der Bereich wohl eher nichts.

Den Passagieren fallen die Ruhebereiche nicht auf

Den Flugpassagieren an Bord würden die Bereiche indes nicht auffallen. Der Zugang sei extra so gestaltet, dass er nicht als solcher zu erkennen sei. Er ähnle etwa den Türen zu den Schränken für die Aufbewahung verschiedener Utensilien an Bord. Auch könnten Passagiere nicht einfach in die Bereiche eintreten, erklärt Carr. Sie seien speziel gesichert.

Verwechslungen kommen natürlich trotzdem vor: “Manchmal haben wir Passagiere, die denken, es handle sich um eine Tür zur Toilette. Die versuchen dann, hineinzukommen», berichtet Carr aus eigener Erfahrung. In diesen Fällen weise man den Passagieren selbstverständlich den richtigen Weg.

Wer sich je trotzdem einmal in eine der geheimen Kammern verirrt, dürfte angesichts der für ein Flugzeug ungewöhnlichen Perspektiven staunen: Barrierefreiheit, wie sonst an Bord, gilt hier nämlich nicht: Bei den neueren Flugzeugen befindet sich bei den Ruhebereichen häufiger hinter derfigle tell Absatz. Daran anschliessend führt eine Leiter dann nach oben zu den Kojen.

Obwohl es sich hier um vollwertige Betten handelt, die man oft schmerzlich in einem Flugzeug vermisst, verströmen sie aber meist wenig Luxus: “Ich nenne sie scherzhaft die Katakomben”, sagt Carr.

Die Piloten an Borde eines A380 von Qantas haben bedeutend mehr Privatsphäre

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