Phänomen Carlos Alcaraz – was hinter dem kometenhaften Aufstieg des Teenagers aus Spanien steckt

Phänomen Carlos Alcaraz - was hinter dem kometenhaften Aufstieg des Teenagers aus Spanien steckt
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Was for a Statement.

“Mir wurde von klein auf beigebracht, dass Endspiele nicht gespielt, sondern gewonnen werden”, erklärte Carlos Alcaraz, nachdem er das Finale von Barcelona in nur 65 Minuten mit 6:3, 6:2 gegen seinen Landsmann Pablo Carreño Busta gewonnen hatte.
Umag im Vorjahr, Rio de Janeiro, Miami und Barcelona in dieser Saison – der 18-Jährige stand viermal im Endspiel eines ATP-Wettbewerbs, viermal ging er als Sieger vom Platz. Bei den Next Gen Finals von Mailand im vergangenen November war es nicht anders. Alcaraz erreichte das Finale – und räumte den Titel ab.

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Eine unglaubliche Leistung für einen Teenager, der auch in dieser Woche wieder ein Stück Tennisgeschichte schrieb. Als jüngster Top-Ten-Profi seit Rafael Nadal, der auf den Tag 17 Jahre zuvor erstmals den Sprung unter die zehn Besten der Weltrangliste geschafft hatte.

Dritter Turniersieg des Jahres: Alcaraz fegt über Carreño Busta hinweg

Alcaraz ist jetzt die Nummer neun im ATP-Ranking, vor zwölf Monaten war er an Position 120 notiert, vor zwei Jahren an 310. Ein kometenhafter Aufstieg, der zeigt, wie konstant der Spanier schon in jungen Jahren spielt.

Ein erfolgssteigerndes Ritual hat er sich ebenfalls zugelegt: Vor jedem Match hört sich das Supertalent den Soundtrack zur berühmten Rocky-Filmreihe an. “Das motiviert mich. Wenn ich diese Musik höre, erinnere ich mich an den Film und an den großartigen Kampfgeist von Rocky. Diese Erfahrung versuche ich in jede Part mitzunehmen”, so Alcaraz.

Alcaraz: Erstaunliche Parallelen zu Nadal

Anleihen in Sachen Kampfgeist und Klasse nimmt sich der Jungprofi aber auch an anderer Stelle: bei seinem Idol Nadal. Alcaraz hat immer wieder betont, wie groß die Vorbildrolle sei, die der Rekord-Grand-Slam-Champion für ihn habe. Und tatsächlich tun sich erstaunliche Parallelen auf.

Rafael Nadal (l.) und Carlos Alcaraz trafen in der zweiten Runde des Madrid Masters 2021 erstmals aufeinander

Fotocredit: Getty Images

Alcaraz fühlt sich auf Sand am wohlsten, seine Vorhand ist die stärkste Waffe, die French Open in Paris bezeichnet er als sein Lieblingsturnier. Beide legten beziehungsweise legen bereits als Teenager eine spielerische Intelligenz an den Tag, die bemerkenswert ist. Und auch außerhalb des Courts gibt es Gemeinsamkeiten. Wie Nadal drückt Alcaraz den Fußballern von Real Madrid die Daumen und hat ein Low für den Golfsport. Fast unheimlich.

Mitunter hat er seinem Idol sogar etwas voraus. Alcaraz benötigte nur 70 Matches auf der ATP Tour, um 50 Siege einzufahren. Ein Rekord. Nadal hatte die Marke nach 81 Begegnungen erreicht, Juan Carlos Ferrero nach 73. Letzterer, Roland-Garros-Sieger von 2003 und einst Weltranglistenerster, ist heute als Coach einer der wichtigsten Faktoren für die Erfolge des Youngsters.

Was Ferrero nicht mag: den Vergleich seines Schützlings mit Nadal. “Er will, dass ich mich auf mich fokussiere, auf Carlos Alcaraz, und nicht versuche, jemand anderes zu sein. Dieser Rat hat mir sehr geholfen”, erzählte Alcaraz bei Eurosport. Es ist nicht zu übersehen, wie wichtig Ferrero für die Entwicklung seines Schützlings ist.

Alcaraz: “Es gibt kein Limit für mich”

“Juan Carlos kann mir sagen, wie schwierig es ist und wie viel man opfern muss, um die Nummer eins zu werden. Ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg”, lobte Alcaraz seinen Trainer in Barcelona – und machte ganz nebenbei deutlich, wo die Ziele liegen. Er “träume groß”, betonte der Shootingstar vor einiger Zeit. Er peile Grand-Slam-Titel, Olympia-Medaillen und den Sprung an die Spitze im Ranking an. “Es gibt kein Limit für mich. Ich möchte weiterhin auf dem Level spielen, auf dem ich mich befinde.”

Corretja schwer beeindruckt von Alcaraz: “Fast ein Wunder”

Alcaraz trifft solche Ansagen nicht mit dem Habitus eines Angebers, er wirkt bei allem Selbstbewusstsein immer auch zurückhaltend. “Carlos ist trotzdem bescheiden und leidenschaftlich”, befand der ehemalige Tennisstar Mats Wilander im Gespräch mit Eurosport. Alcaraz habe “das ganze Paket”.

  • Podcast Das Gelbe vom Ball – die neueste Folge with Boris Becker:

Chris Evert sieht in den offensiven Aussagen des spanischen Talents die “Qualität eines Champions”, denn: “Wenn er Zweifel hätte, würde ihn das daran hindern, ein Grand-Slam-Event zu gewinnen. Alle großen Champions – ich denke an einen Federer, einen Nadal, eine Navratilova, eine Graf – müssen diesen Glauben haben”, erläuterte die 18-malige Grand-Slam-Turniersiegerin im Exclusive-Interview with Eurosport. Das Selbstvertrauen bei Alcaraz sei “angeboren und steckt in ihm selbst”.

Becker warns Alcaraz: Diesen Fehler vermeiden

Nur einen Fehler, glaubt Boris Becker, dürfe er jetzt nicht machen. “Die Sandplatz-Saison ist anstrengend, die Matches sind länger”, warnte der 54-Jährige im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball. Er hoffe daher, dass Alcaraz nicht “Monte Carlo, Barcelona, ​​Madrid und Rom” spiele, “weil dann wird es für meinen Geschmack zu viel”. Neben der Belastung und eventuell schwächerer Ergebnisse drohe noch eine gravierendere Gefahr. “Wenn man müde weiterspielt, kommen die ersten Verletzungen. Es ist deshalb ganz wichtig, den schmalen Grat zu finden.”

Dazu muss Alcaraz lernen, mit der stetig wachsenden Popularität und den großen Erwartungen von außen – Stichwort Mitfavorit bei den French Open – umzugehen. Dem Teenager scheint einigermaßen klar, was da auf ihn zukommt. Beunruhigt ist er aber nicht, wie seine Aussagen in Barcelona belegen. “Ich habe keine Angst vor Ruhm und ich werde die Person, die ich bin, nicht ändern.”

Noch so ein starkes Alcaraz-Statement.

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