Netflix will wählerischer bei Filmprojekten werden

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The Irishman and Marriage Story (c) Netflix

Der Schock über den ersten leichten Mitgliederschwund beim Streamingservice Netflix sitzt offenbar noch tief: Künftig will die Plattform wählerischer werden, was die Eigenproduktionen angeht – vor allem im Filmbereich.

Mitte April sank die Netflix-Aktie ab, weil der Streamingservice zum ersten Mal mehr Mitglieder in Nordamerika verlor als neu dazugewann. Als erste Reaktion wurde sofort ein werbefinanziertes Abonnement zum geringeren Preis angekündigt. Zudem wurden zwei Prozent der Mitarbeiter:innen entlassen, um Kosten einzusparen. Doch auch bei den Inhalten will man sich neu orientieren. Wie The Hollywood Reporter durch mehrere anonyme Quellen aus der Filmabteilung, geführt von Scott Stuber, erfahren hat, gilt künftig die Maxime: „Größer, besser, weniger.

Vor allem die Sparta für nicht-animierte Familienfamilie und Produktionen mit einem Budget unter 30 Millionen Dollar sollen bald deutlich weniger Mittel erhalten. Einige Stimmen im Unternehmen sagen aber, dass das nicht bedeuten muss, dass Netflix bald gar keine kleinen Filmen mehr dreht. Viele der Einsparungen könnten vor german die Anzahl an Executives in den zuständigen Abteilungen reduzieren. Auch müssten Ressourcen besser gebündelt werden. Die Idee sei, dass man statt zwei Filmen für jeweils zehn Millionen Dollar lieber einen Film für 20 Millionen drehen würde.

Die 30 besten Original-Filme von Netflix

Netflix-Chef Ted Sarandos erklärt, dass vor allem Eventfilme wie „The Gray Man“oder”Knives Out 2“ wichtig seien, weil sie viele neue Mitglieder anlocken würden. „Gray Man“ werbe zum Beispiel mit den Hollywood-Größen Ryan Gosling und Chris Evans, zumal als Regisseure die Brüder Joe und Anthony Russo („Avengers: Endgame“) fungieren. Gleichzeitig soll es aber keine Freifahrtscheine mehr für namhafte Künstler:innen mehr geben. Einen 175 Millionen Dollar teuren Scorsese-Streifen wie „The Irishman“, der nur von wenigen ganz gestreamt wird, gibt es in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr.

The Irishman (Criterion Collection)

Ein Insider sagt dazu: „Diese Tendenz, alles zu tun, um Talente anzuziehen und ihnen einen Freibrief zu geben, verschwindet. Wie immer wird es Ausnahmen geben – schließlich ist dies Hollywood -, aber im Wesentlichen scheint diese neue Ära von einer Idee geprägt zu sein: Disziplin.

Ein weiteres Opfer des neuen Kurses sind Animationsfilme. Viele Projekte, die zuletzt noch in der Schwebe waren, sind bereits abgesagt worden. Trotzdem bleibt natürlich die Ansage, dass Netflix jede Woche mindestens einen neuen Original-Film präsentieren will (egal ob animiert oder Realfilm). Allzu konkret sind die neuen Pläne bislang noch nicht, doch die Recherchen von THR zeigen, dass hinter den Kulissen der Plattform derzeit viel passiert. Insgesamt scheint das Ziel vor allem zu sein, wählerischer zu werden, was die Filmproduktionen angeht.

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