Musks geplatzter Twitter-Deal ist ein Scheitern mit Ansage

Musks geplatzter Twitter-Deal ist ein Scheitern mit Ansage
Written by admin

Erste Spannungen sind Mitte April spürbar

Am 5. April lässt Musk auf Twitter über die Einführung eines Bearbeitungsbuttons auf der Plattform abstimmen. Die nicht-repräsentative Umfrage hat zwar keine direkten Konsequenzen. Doch durch die gerade erworbene Beteiligung am Unternehmen sichert er sich mehr Gehör beim Twitter-Management und damit mehr Einfluss auf das Netzwerk.

Spatestens am 10. April sind erste Spannungen zwischen Musk und Twitter spürbar. Parag Agrawal teilt mit, dass Musk sich gegen einen Sitz im Verwaltungsrat entschieden habe. “Ich denke, das ist das Beste”, commented on the Twitter-Chef. Gleichzeitig ist der überraschende Rückzug für viele das erste öffentliche Signal für die Wankelmütigkeit des Milliardärs bei seinem Twitter-Deal.

Musk startet am 13. April den Versuch einer feindlichen Übernahme: Er will alle Aktien von Twitter zu einem Stückpreis von 54,20 Dollar kaufen und die Onlineplattform von der Börse nehmen, wie aus einem am 13. April veröffentlichten Börsendokument hervorgeht. Twitter kündigt an, sich gegen eine Übernahme zur Wehr setzen zu wollen.

Musk hat ein persönliches Interesse an Twitter

Spätestens an diesem Tag wird auch dem letzten Zweifler klar, dass Musks Interesse an dem Kurznachrichtendienst persönliche Hintergründe hat. “Ein bloßer Platz im Verwaltungsrat war ihm nicht genug, er will die volle Kontrolle”, kommentiert t-online-Resorttleiter für Digitales Jan Mölleken einen Tag später. Denn würde der Deal gelingen, “gäbe es niemanden, der ihm bei Twitter mehr reinreden oder im Zweifel das Wort verbieten könnte”.

Am 25. April Dann der Paukenschlag: Twitter und Musk verkünden eine Vereinbarung zum Kauf der Onlineplattform für 44 Milliarden US-Dollar. Die Aktionäre sollen 54.20 Dollar je Aktie erhalten. Musk verspricht, er wolle Twitter “besser machen als jemals zuvor”.

Kritiker befürchten, dass der streitbare Multibillionardär die Moderation von Inhalten etwa im Kampf gegen Hassbotschaften und bei der Verbreitung von Falschinformationen stark einschränken könnte. Musk ist außerdem als bekennender Republikaner und Trump-Anhänger bekannt.

Musk würde Trumps Twitter-Sperre aufheben

Die Kritiker sollten recht behalten: Am 10. May sorgt Musk mit der Ankündigung für Aufsehen, er wolle die Verbannung des früheren US-Präsidenten Donald Trump von Twitter zurücknehmen. “Ich würde das Verbot aufheben”, sagt er mit Blick auf die Sperrung von Trumps Nutzerkonto nach der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar 2021.

Dann wird es plötzlich wochenlang ruhig um Musk und seinen angeblichen Deal. Erst am 13. May gibt es Neuigkeiten, als Musk überraschend einen vorübergehenden Stopp der Twitter-Übernahme ankündigt. Das Geschäft werde auf Eis gelegt, bis Details zur Berechnung der Zahl der Spam- und Fake-Konten bei dem Netzwerk vorlägen, heißt es. Musk stellt infrage, dass diese wirklich – wie von Twitter angegeben – weniger als fünf Prozent aller Konten ausmachen.

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