Kommentar zum irren MDR-Plan: Bitte keine Warnhinweise für Winnetou! | Politik

Kommentar zum irren MDR-Plan: Bitte keine Warnhinweise für Winnetou! | Politik
Written by admin

Comments on the MDR-Plan |

Bitte keine Warnhinweise für Winnetou!

Was ist los in Deutschland? Erst hat der Ravensburger Verlag zwei „Winnetou“-Bücher aus dem Handel genommen, außerdem ein Puzzle und ein Stickerbuch. Warum? Weil die Geschichten von Karl May angeblich „die Gefühle anderer verletzen“, also Vorurteile enthalten.

Jetzt will der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) historische Filme mit einem Warnhinweis versehen, wenn sie „rassistische Stereotype“ enthalten, um sie „zeitgemäß einzuordnen“. Eine „begleitende Berichterstattung“ auf Texttafeln soll den Zuschauer davor schützen, Rassismus und koloniales Denken zu übernehmen, die aus alten Filmen sprechen könnten.

Einen konkreten Warnhinweis hat der MDR noch nicht formulaliert. Wo die Reise hingeht, kann man aber in den USA sehen.

Yesterday gibt es das Vorbild in Gestalt von Walt Disney. Der Konzern liefert seit 2019 einen Warnhinweis nach dem anderen, um auf die „schädliche Wirkung“ historischer Filme aufmerksam zu machen.

Vor „Aristocats“ (1970) is gewarnt, weil die Katze schräg stehende Augen und Hasenzähne hat, das wird als Verächtlichmachung von Chinesen gewertet. „Peter Pan“ (1953) ist deshalb gefährlich, weil dort „Rothäute“ auftauchen. Auch vor dem „Dschungelbuch“ (1967) wird gewarnt und vor „Susi und Strolch“ (1955).

Ohne Warnhinweis müsse man die Filme aus dem Angebot nehmen und das wolle man nicht, sagt Disney. Aber auch das ist sogar schon geschehen. Vor zwei Jahren setzte der Streamingdienst Home Box Office (HBO) den Klassiker „Vom Winde verweht“ (1953) ab. Nach Protesten war der Film wieder zu sehen, nun aber mit einer vorgeschalteten Fünf-Minuten-Warnung der Filmwissenschaftlerin Jacqueline Stewart.

Eine woke Welle schwappt über den Atlantik. Überall tauchen selbst ernannte Volkspädagogen auf, die behaupten, dass nur sie historische Filme beurteilen können und allen anderen zu blöd dafür sind. Sie entscheiden – und nur sie –, wovor wir angeblich geschützt werden müssen.

Wo führt das hin? Wollen sie uns vor „Lucky Luke“ (1946) und „Asterix“ (1959) warnen? Auch hier werden in die Witze jede Menge Klischees eingebaut. Vor welchem ​​Film müssen wir dann eigentlich nicht gewarnt werden? Eines fehlt: die Warnung vor dem Warnhinweis. Der nämlich ist der Vorbote der Zensur. Es geht also um mehr als ein paar alte Filme, es geht um die Freiheit.

.

Leave a Comment