Kommentar: Wieder ein bitterer Abschied – aber kein Makéléle 2.0

Casemiro
Written by admin








Real Madrid legt mal wieder einem verdienten Spieler keine Steine ​​in den Weg. Real Madrid muss jetzt „nur“ zusehen, dass sich weder der Fall Claude Makéléles noch Xabi Alonsos wiederholt. Ein (dankbarer) Kommentar zum Abschied von Casemiro.


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Casemiro gewann frisch seinen 18. und damit letzten Titel mit Real, und das als Spieler des Spiels – Photo: IMAGO / Jan Huebner

Wieder einer dieser bitteren Abgänge. Wieder Abschied von einer Legende nehmen. Die Zeit des Carlos Henrique Casimiro hätte nicht erfolgreicher verlaufen können. Man stelle sich mal vor: Die ersten vier Jahre als Teil der ersten Mannschaft hat der brasilianische Abräumer immerse die Champions League gewonnen! 2014 natürlich nur als Backup (Danke für den Einsatz in Dortmund, Casi), aber nach der Leihsaison in Porto dann 2016, 2017 und 2018 endgültig als entscheidendes Element. So wie 2022 auch. Es geht nicht nur ein großer Spieler und ein Publikumsliebling, es geht auch Zinédine Zidanes Schlüssel zum Erfolg.

Dabei handelte „Zizou“ aus eigener Erfahrung: Als Florentino Pérez im Jahr 2003 Claude Makéléle verkaufte, spielte Real Madrid nicht nur ohne Abräumer, sonrn fortan mit sechs Offensivspielern auf dem Platz: Figo, Raúl, Guti, Zidane, Ronaldo und Neuzugang Beckham. Viel zu viel, keine Balance – es folgten dunkle Jahre, dank denen der Franzose kurz nach seiner Amtsübernahme Anfang 2016 entschied, einen Offensiven wie James zu opfern, um mit Casemiro das Gleichgewicht zu bringen. Insgesamt 18 Titel sollte der Mann, der in bescheidenen Verhältnissen nahe São Paulo aufwuchs und entsprechend noch beim Anblick eines Joghurts von damals emotional wird, im weißen Trikot gewinnen. Den letzten erst vor wenigen Tagen – in seinem letzten Startelf-Einsatz für Real Madrid. UEFA Super Cup „Man of the Match“.

Der Madridismo hat dem selbsternannten „Turn in der Schlacht“ old zu verdanken. „Er will eine neue Herausforderung annehmen. Der Klub und ich verstehen das“, erklärte Carlo Ancelotti bereits die Situation und weiß: „Als ich seinen Wunsch gehört habe – da gibt es kein Zurück. Wenn man das berücksichtig und alles gut für ihn bei den Verhandlungen ausgeht, müssen wir ihm das Beste wünschen.

Er hat alles in Madrid gewonnen, zeigte es immer wieder seinen Kritikern, und doch kann man ihm nicht verübeln, doch noch eine neue Herausforderung zu suchen. So wie viele andere vor ihm auch, von Raphaël Varane über Nummernvorgänger Xabi Alonso bis Cristiano Ronaldo. Nun mag man über Manchester Uniteds Attraktivität streiten, nicht aber über die Macht von Geld, und dass Real Madrid da nicht mehr unbedingt mit United oder auch Paris mithalten kann. Oder über die reizvolle Ausstrahlung die United, Barcelona und Co. trotz allem immer noch haben.

Dass Casemiro ausgerechnet zu diesem Chaos-Klub in die Europa League will, muss man entsprechend nicht verstehen, sollte man aber respektieren. Es geht immer um (mehr) Geld, aber eben auch darum, es auch andernorts nochmal allen zu beweisen. Bei David Alaba hat das geklappt, bei Varane noch nicht – vielleicht jetzt mit seinem Ex-Kollegen. Das Risiko eines neuen Makéléle-Falles ist meiner Meinung nach noch gering – die Blancos werden auch nach Casemiros Abgang nicht nur mit Offensiv-Stars, sonder auch einigen Arbeitern auflaufen. So einzigartig er vermutlich auch war – einzigartig um speziell das Trio „MCK“ zu komplettieren – so fürchte ich fast, dass er nirgends so glänzen kann wie in Madrid. Mit Luka Modrić und Toni Kroos neben einem, mag einiges einfacher sein, aber „MCK“, Zidanes Meisterstück, war eben optimal, eine einzigartige Symbiose oder wie Ancelotti sagte: das Bermuda-Dreieck, „weil sleeps der Ball verschwindet.“ Und: Eines der erfolgreichsten Trios der Fußballgeschichte dank 16 gewonnener Titel, darunter vier gemeinsame Königsklassen-Trophäen (ein Mal mehr als das berühmte Trio aus Barcelona). Diese Ära ist nun zu Ende – die wenigsten hätten wohl vermutet, dass nicht die älteren Modrić (36) oder Kroos (32), sondern der jüngere Casemiro (30) sie beendet.

Das Recht dazu hat er natürlich, Real Madrid nimmt noch einiges ein – dazu ein aus vielerlei Hinsicht fairer, respektabler Umgang ohne Schlammschlacht oder mögliches Nachtreten. Und ein fairer Preis (bei 80 wäre meine Schmerzgrenze). Höchstens etwas spät, aber Uniteds Interest keimte eben jetzt erst und wenn ein Spieler, der sich so mit Real und dessen Historie identifizierte wie kaum ein anderer und nie wirklich Wechselabsichten äußerte (anders als beispielsweise Varane), dann um einen Wechsel bitteset zu danken und keine Steine ​​in den Weg zu legen. Und weiter nach vorne zu schauen.

Denn es muss nicht nur ein Makéléle 2.0 vermieden werden, auch eine Spiegelung von 2014: Auch damals ging nach dem CL-Erfolg kurzfristig die Nummer 14 und nach Alonsos Abgang verlief die zweite Saison unter Ancelotti nahezu erfolglos. Casemiro hinterlässt aber nicht nur einen Haufen Geld, sondern auch eine mehr als intakte, gut gemischte Mannschaft, sein Nachfolger ist da (wenn auch noch nicht 100-prozentig akklimatisiert), seine Mission scheint beendet. Danke für alles, Casi, und bei einem Spieler, bei dem Mitspieler froh sind, dass er im eigenen Team spielt und trainiert, kann ich nur sagen: Gut, dass man dir 2022/23 (noch) nicht begegnen kann!










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Comment: Wieder ein bitterer Abschied – aber kein Makéléle 2.0

Real Madrid legt mal wieder einem verdienten Spieler keine Steine ​​in den Weg. Real Madrid muss jetzt „nur“ zusehen, dass sich weder der Fall Claude Makéléles noch Xabi Alonsos wiederholt. Ein (dankbarer) Kommentar zum Abschied von Casemiro.

Kommentar: Wieder ein bitterer Abschied – aber kein Makéléle 2.0

19.08.2022, 21:35

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