Börsenwert pulverisiert: Jetzt droht der Credit Suisse der Rausschmiss aus dem SMI

Die Credit Suisse hat nur noch 18 Milliarden Franken Börsenwert.
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Der Wert der Schweizer Grossbank sinkt und sinkt. Im September könnte die CS aus dem Schweizer Leitindex fallen. Damit wird die Bank auch für eine Übernahme interessanter.

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Die Credit Suisse hat nur noch 18 Milliarden Franken Börsenwert.

REUTERS

Trotzdem ist die Schweizer Grossbank immer noch im Swiss Market Index, dem Aktienindex mit den wichtigsten Schweizer Firmen.

Trotzdem ist die Schweizer Grossbank immer noch im Swiss Market Index, dem Aktienindex mit den wichtigsten Schweizer Firmen.

20min/Matthias Spicher

Dabei haben Firmen wie Lindt & Sprüngli …

Dabei haben Firmen wie Lindt & Sprüngli …

20min/Sonja Mulitze

  • Die Credit Suisse verliert immer mehr an Wert.

  • Andere Firmen haben der Bank den Rang abgelaufen.

  • Sie könnten die CS bald im SMI ersetzen.

Die Credit Suisse (CS) kommt aus den Problemen nicht raus. Nach Skandalen um dubiose Finanzvehikel, einem Drogenkrimi und Milliardenverlusten, ist die Schweizer Grossbank an der Börse nur noch etwa 18 Milliarden Franken wert. Zum Vergleich: Nestlé hat fast 350 Milliarden Franken Börsenwert.

Trotzdem ist die CS noch immer im Swiss Market Index (SMI), dem Aktienindex der 20 wertvollsten Schweizer Firmen. Dabei haben andere Firmen wie das Logistikunternehmen Kühne + Nagel, Lindt & Sprüngli, der Hörgerätehersteller Sonova oder der Medizinaltechniker Straumann deutlich mehr wert und sind trotzdem nicht im exklusiven SMI-Klub.

Droht der CS deshalb der Rausschmiss aus dem SMI bei der nächsten Indexbereinigung im September? Die Bank will sich dazu auf Anfrage nicht äussern. Bankenexperten halten das aber für möglich, sollte die Firma weiter an Wert verlieren.

Sonova könnte Logitech im SMI ablösen

Bei der Börsenbetreiberin Six heisst es auf Anfrage, dass für die Teilnahme im SMI der durchschnittliche Wert der frei handelbaren Aktien der Firma der letzten zwölf Monate entscheidet. Dazu komme der Handelsumsatz dieser Aktien im gleichen Zeitraum.

Firmen wie Lindt & Sprüngli, Straumann oder Kühne + Nagel haben zwar den grösseren Börsenwert als die CS. Sie sind aber deshalb noch nicht im Index, weil grosse Ankeraktionäre zum Teil die Mehrheit halten und somit ein wesentlicher Teil der Aktien nicht frei handelbar ist, wie Matthias Geissbühler sagt, Investment-Chef von Raiffeisen Schweiz.

Am ehesten als Nachfolger für die CS im SMI käme laut Geissbühler wohl der Hörgerätehersteller Sonova in Frage. Vor der CS würde es laut Geissbühler aber den PC-Zubehörhersteller Logitech treffen. Logitech ist mit einem Börsenwert von elf Milliarden Franken das Schlusslicht im SMI und hat letztes Jahr Swatch verdrängt.

Beim SMI gehts um Prestige

Ein Rausschmiss aus dem SMI wäre für die CS operativ nicht weiter schlimm, sagt Martin Janssen, emeritierter Professor für Finanzmarktökonomie an der Universität Zürich, zu 20 Minuten. Für die Swatch sei es im letzten Jahr auch kein Problem gewesen, als sie aus dem SMI flog.

Die Firmen sind dann zwar nicht mehr im exklusiven SMI, aber immer noch im Swiss Performance Index, der alle Schweizer Aktientitel umfasst. Damit sind sie immer noch im Blick von potenziellen Investoren, so Janssen. Für die Firmen sei es vor allem auch Prestige, wenn sie im SMI sind. “Grosse Verluste im Geschäft sind viel schlimmer als ein Rauswurf aus einem Börsenindex”, sagt Janssen.

Weil die CS-Aktie derzeit deutlich unter Buchwert ist, könnte es auch zur Übernahme der Bank kommen. Am ehesten käme wohl ein US-Bankkonzern in Frage, wenn er sich für die Schweiz interessiert, wie Wirtschaftsrechtsprofessor Peter V. Kunz sagt. Allerdings sehe er momentan keine Interessenten. Zudem sind die regulatorischen Hürden und jene beim Kartellrecht wohl zu hoch, so Kunz.

Die CS-Aktie gibts aktuell für unter sieben Franken. Noch zu Jahresbeginn lag der Wert der Aktie über zehn Franken. Doch die Bank hat schon lange schlecht performt. Die Aktie der Credit Suisse hat seit dem Jahr 2000 um über 80 Prozent an Wert verloren. Auch die UBS war seither negative. Gleichzeitig hat der Schweizer Aktienmarkt aber um über 200 Prozent zugelegt.

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