Bereits gefahren: Lotus lässt den Verbrenner noch einmal aufleben

Bereits gefahren: Lotus lässt den Verbrenner noch einmal aufleben
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Mit dem Emira feiert Lotus noch einmal die eigenen Wurzeln mit einem klassischen Mittelmotor-Layout im Supersportler-Look.

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Bereits gefahrenLotus lässt den Verbrenner noch einmal aufleben

Bevor der britische Sportwagenhersteller vollends zur E-Marke wird, leistet er sich mit dem Emira noch einmal ein Modell nach alter Väter Sitte. Und was für eines!

Mit dem finanziellen Dünger des chinesischen Giganten Geely gedeiht der britische Sportwagenhersteller Lotus wieder zu voller Blüte. Bevor die Briten nur noch batteryelektrische Sportwagen bauen, bringt die Sportwagenschmiede mit dem Emira nun einen konventionell angetriebenen Sportler auf den Markt. Der soll gleichermassen die Elise wie den stets unterschätzten Evora beerben. Die Schweizer Preise sind noch nicht bekannt, dürften sich aber um die 100’000 Franken bewegen, wie ein Blick nach Deutschland vermuten lässt. Dort beginnen sie zunächst bei 96’000 Euro für die üppig ausstaffierte “First Edition”, werden später aber mit weniger Ausstattung und einem kleineren Motor mitlfristig wohl deutlich unter 90’000 Euro fallen.

Der 4,41 Meter lange und 1,22 Meter flache Zweisitzer macht schon auf den ersten Blick deutlich mehr her als Konkurrenten wie der Porsche Cayman oder gar der Toyota Supra. Gezeichnet mit den gleichen schnellen Linien wie das elektrische Hypercar Eviya, fängt der Emira mehr Blicke ein als alle anderen Halbstarken auf der Überholspur. Das ist Supersport-Image in der Sportwagenklasse.

Mittelmotor-Leichtbauflunder

Aufgebaut auf einer völlig neuen Plattform, hat der Emira das klassische Sportwagen-Layout mit dem Motor vor und dem Antrieb an der Hinterachse und dazwischen ein Getriebe, das in diesem Falle von Hand geführt wird. Weil der Emira zudem wie jeder Lotus dem Leichtbau verpflichtet ist und deshalb kaum 1400 Kilogramm auf die Waage bringt, ist er entsprechend agil: 400 PS und 420 Nm reichen dem eingekauften 3,5-Liter-V6-Kompressormotor für einen Spurt von 0 auf 100 in 4.3 Sekunden und für einen Topspeed von 290 km/h, und der für 2023 angekündigte, deutlich leichtere Vierzylinder von AMG wird mit seinen 365 PS kaum langsamer sein. Vor allem aber reicht der Motor für heftiges Herzrasen, das mit dem Druck auf dem unter einer Klappe verborgenen Startknopf beginnt und sich erst langsam wieder legt, wenn beim Weggehen der letzte Blick auf die kühne Kehrseite und den unter Glas drapierten Motor fällt, während darüber die Luft flirrt und in den Ohren und darunter der Auspuff oder die Bremsen beim Auskühlen knacken.

400 PS and 420 Nm reichen dem 3,5-Liter-V6-Kompressormotor für einen Spurt von 0 auf 100 in 4,3 Sekunden sowie für einen Topspeed von 290 km/h.

400 PS and 420 Nm reichen dem 3,5-Liter-V6-Kompressormotor für einen Spurt von 0 auf 100 in 4,3 Sekunden sowie für einen Topspeed von 290 km/h.

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Etwas später kommt der Emira auch mit einem 2-Liter-Vierzylinder-Turbomotor von AMG sowie, als erster Lotus überhaupt, mit einem Doppelkupplungsgetriebe.

Etwas später kommt der Emira auch mit einem 2-Liter-Vierzylinder-Turbomotor von AMG sowie, als erster Lotus überhaupt, mit einem Doppelkupplungsgetriebe.

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Der Motor sitzt unter Glas und brüllt dem Fahrer direkt in den Nacken.

Der Motor sitzt unter Glas und brüllt dem Fahrer direkt in den Nacken.

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Dazwischen ist der Emira Pure emotion. Ja, man kann das Coupé auch über die Autobahn fahren oder wie einen Gran Turismo an der langen Leine über weit geschwungene Landstrassen führen. Doch der neue Lotus kann auch anders. Im Sport-Modus ist die Lenkung präzise und direkt, das Fahrwerk stramm, die Bremsen bissig und im Nacken eine Drehorgel, die mächtig Mumm hat. So verschlingt der Emira Kehre um Kehre, stürmt über die Kuppen und jagt über die Geraden. An Aufhören ist da nicht zu denken, eher an einen Nachschlag auf der Rennstrecke, mit dem Setting im Track-Mode, mit noch mehr Schärfe und Appetit auf Kurven.

Leicht, kompromisslos und gierig nach Gas – zwar folgt der Emira in vielerlei Hinsicht den klassischen Lotus-Tugenden, überrascht aber zugleich mit ein paar ungewöhnlich alltäglichen und anderorts selbstverständlichen Neuerungen: So gibt es diesmal nicht nur einen halbwegs ordentum hinter 151 mittig montierten Motor und 208 Liter Ablage hinter den Sitzen, sondern sogar Platz für Getränke in den Türen. Und wo bei der Elise bei der Premiere vor 25 Jahren selbst das Radio eine Option war, haben die Briten nun digitale Instrumente samt Touchscreen-Infotainment und Komfortfeatures wie ein schlüsselloses Zugangssystem zu bieten. Selbst einen Tempomat mit Abstandsregelung baut Lotus neuerdings ein. Vor allem erlauben die spürbar grösseren Türen nun einen menschenwürdigen Einstieg ohne gymnastische Verrenkungen.

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