Ammunition ist knapp und teuer. Wer schiessen will, braucht Geduld und Geld.

Ammunition ist knapp und teuer.  Wer schiessen will, braucht Geduld und Geld.
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Vor allem Hobby- und Sportschützen müssen momentan tiefer in die Tasche greifen. (Symbol image)

KEYSTONE//Christian Beutler

Munition für Waffen wird teurer und knapper. Betroffen sind in erster Linie Jäger und Sportschützen. Der Krieg in der Ukraine is nicht die Ursache dafür.

Falls du Sportschütze bist oder privat auf Schiessanlagen auf Zielscheiben schiesst, hast du diesen Satz in den letzten Monaten vermutlich öfter gehört: “Sorry, ist gerade ausverkauft”. Und falls die gewünschte Munition erhältlich war, hast du dafür wahrscheinlich mehr bezahlt, als dir lieb ist.

Unter anderem fehle es an Neun-Millimeter-Munition für Kurzwaffen, berichtet ORF. Ebenfalls rar ist Schrotmunition und Sportmunition im Kaliber .223 Remington und .308 Winchester. Einige Online-Shops reagieren darauf mit Mengenbeschränkungen pro Käufer.

Dass die Nachfrage nach Munition gestiegen ist, zeigt sich auch beim Schweizer Rüstungskonzern Ruag. Die umsatzstärkste Division war im vergangenen Geschäftsjahr die Ruag Ammotec, die kleinkalibrige Munition für zivile und militärische Zwecke produziert. Grund für die hohe Nachfrage seien in erster Linie die USA, sagt Ruag-Sprecher Clemens Gähwiler auf Anfrage von blue News. Viele Amerikaner hätten in den letzten zwei bis drei Jahren in Jagd- und Sportmunition investert.

“Dann kam die Corona-Krise und brachte Lieferschwierigkeiten und Schwierigkeiten bei der Bestellung von Basismaterialien wie Rohstoffe und Metall,” so Gähwiler. Zwar pendle sich inzwischen alles langsam wieder ein, trotzdem sei die Situation nach wie vor nicht einfach. Aktuell würden tendenziell vermehrt Standardkaliber produziert, exotischere Kaliber aus Mangel an Rohstoffen, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, dagegen weniger. Dadurch steigen Nachfrage und Preis.

Weniger ins Gewicht falle dagegen der Krieg in der Ukraine. Anfragen aus anderen Staaten seien zwar gestiegen, die Bestellungen würden dagegen noch im gleichen Rahmen liegen, sagt Gähwiler.

Mehr Schweizer wollen eine Waffe

In der Schweiz steigt nicht nur die Nachfrage nach Munition, sondern auch nach Waffen selbst. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind in der Schweiz 11’119 Bewilligungen für Waffenerwerb und registrierte Verkäufe mittels Vertrag gemeldet worden. Das sind rund 25 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Das gab das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) am Dienstag in der Antwort auf eine Frage aus dem Nationalrat bekannt.

Es stützte sich dabei auf Zahlen aus 19 der 26 Kantone. Ein zentrales Waffenregister gibt es in der Schweiz nicht. Im ersten Quartal 2021 waren 8615 Bewilligungen und Verkaufsverträge gemeldet worden. Ob die vermehrten Waffenkäufe einem langfristigen Trend entsprechen, lasse sich vor dem Hintergrund von ausserordentlichen Ereignissen wie der Pandemie und dem Angriff auf die Ukraine nicht abschliessend beurteilen, schreibt das EJPD. Die Location werde beobachtet.

(Mit Material von SDA)

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