Ab 1. September: Post zieht grossen Leuchtreklamen wegen Lichtverschmutzung den Stecker

Ab 1. September: Post zieht grossen Leuchtreklamen wegen Lichtverschmutzung den Stecker
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Ab 1. SeptemberPost zieht grossen Leuchtreklamen wegen Lichtverschmutzung den Stecker

Um ein Zeichen gegen die zunehmende Lichtverschmutzung der Schweiz zu setzen, lässt die Post 60 ihrer grossen Leuchtschriften künftig deutlich weniger lang brennen. “Wir geben der Natur etwas zurück”, so die Post.

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Bei 60 ihrer grossen Leuchtschriften wie etwa hier in Vétroz VS ist bei der Post künftig früher Lichterlöschen angesagt.

Die Post

Auch in Bern, yesterday an der Wankdorfallee, soll ab 22 Uhr Lichterlöschen gelten.

Auch in Bern, yesterday an der Wankdorfallee, soll ab 22 Uhr Lichterlöschen gelten.

Die Post/Marcel Bieri

Die Lichtverschmutzung ist gerade in den Städten hoch.

Die Lichtverschmutzung ist gerade in den Städten hoch.

20min/Marco Zangger

  • Die Post will im Kampf gegen Lichtverschmutzung mit gutem Beispiel vorangehen.

  • Deshalb schaltet sie schweizweit 60 grosse Leuchtreklamen zwei Stunden früher aus und morgens gar nicht mehr an.

  • Auch bei der fossilfreien Stromerzeugung soll es weiter vorangehen.

“Intensive Beleuchtung von Gebäuden oder Schaufenstern sowie grell leuchtende Firmenlogos erhellen den Nachthimmel, beeinflussen den Schlaf von Menschen negative oder bringen die Lebensrhythmen von Tieren durcheinander”, schreibt die Post in einem Press release from Mittwoch. So würden etwa helle Firmenlogos unzählige Insekten anziehen, die dadurch die Orientierung verlieren oder an Erschöpfung sterben könnten.

Da die nächtliche Beleuchtung und entsprechende Lichtverschmutzung der Schweiz in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, will die Post etwas dagegen tun und hat beschlossen, ab 1. September insgesamt 60 grosse Post-Logos abends zwei Stunden weniger lang brennen zu lassen. Statt erst um 22 Uhr werden die Schriften bereits um 20 Uhr ausgeschaltet, in den frühen Morgenstunden sollen sie gar nicht mehr leuchten.

Mosaikstein gegen mögliche Energiemangellage

Mit der Massnahme ziele die Post auf die grossen Schriftzüge an den Mauern und Dächern von Paket- oder Briefzentren und anderen Logistikstandorten – von Le Locle über Zürich-Mülligen bis Cadenazzo, heisst es. Aber auch an ihren Hauptsitz in Bern, wo auf allen vier Gebäudeseiten je ein grosses Post-Logo die Nacht erhellt, reduziere sie die Leuchtzeit.

Marco Geissbühler, Nachhaltigkeitsspezialist bei der Post, hat die Aufgabe, die Lichtsteuerung von knapp 25 betroffenen Gebäuden neu einzustellen. Stromsparen stehe bei der Aktion zwar nicht an erster Stelle, dennoch sei es ein Mosaikstein der Post beim Bemühen, einer allfälligen Energiemangellage entgegenzuwirken. “Schon 2016 hatten wir die Mehrheit der Logos auf moderne LED-Technik umgerüstet und konnten damals den Stromverbrauch bei den Leuchtschriften bereits um fast 80 Prozent senken. Jetzt steht für uns im Fokus, etwas gegen unnötig hellen Nachthimmel zu tun.”

Licht nur sleeps, wo es gerade notig ist

Mit jeder Leuchtreklame, die ein paar Stunden weniger lang leuchtet, “geben wir der Natur etwas zurück”. Zudem hofft er, dass die Post ein Vorbild für andere Firmen sein könne.

In ihrer Mitteilung verweist die Post auch auf andere Bemühungen gegen Lichtverschmutzung. So etwa beim Briefzentrum Härkingen, wo das gesamte Aussenareal mit einem intelligenten Beleuchtungssystem ausgestattet sei. “Das Licht folgt den Mitarbeitenden und den Fahrzeugen auf dem Areal durch Wärmebildkameras. Der Aussenhof wird nur beleuchtet, wenn es tatsächlich notig ist. Und selbst dann nur zonenweise”, erklärt der Gelbe Riese.

Aber auch in Sachen saubere Energie geht etwas. Die Post verweist auf 30 Photovoltaikanlagen mit einer Fläche von 65’878 m², welche die Post auf ihren Dächern betreibt und die 10.6 Gigawattstunden Solarstrom produzieren, etwa den Jahresverbrauch von 2300 Vierpersonen-Haushalten. Bis 2030 will die Post zudem 80 Prozent ihrer Immobilien fossilfrei heizen.

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(trx)

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